Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Aluplatten und Grundplatten

Grund-, Adapter- und Maschinenplatten tragen andere Bauteile. Es kommt auf zwei Dinge an: dass die Auflageflächen eben sind und dass die Bohrbilder zueinander stimmen. Die Ebenheit hängt schon am Halbzeug; ob die Bohrbilder zueinander stimmen, entscheidet die Aufspannung. Warmgewalzte Platten haben Grenzabmaße für Dicke und Ebenheit nach DIN EN 485-3; ein Halbzeughersteller nennt als Beispiel für eine 20 mm dicke Walzplatte ±0,7 mm Dickentoleranz.

Wer eine ebene Fläche in enger Dickentoleranz braucht, lässt deshalb beide Seiten planfräsen und bestellt die Rohplatte dicker – das ist das Aufmaß. Soll eine Platte fertig 18 mm dick sein, bleiben bei einer 20-mm-Walzplatte mit −0,7 mm Grenzabmaß mindestens 19,3 mm, im Mittel also 0,65 mm je Seite, bevor die Unebenheit dazukommt. Gegossene, beidseitig feingefräste Platten sind die Alternative: Für eine solche Platte aus EN AW-5083 nennt der Hersteller ±0,10 mm Dicke und höchstens 0,13 mm Ebenheitsabweichung je Meter bei Dicken über 12,7 mm.

Senkungen für Zylinderschrauben legt DIN 974-1 fest. Sollen die Löcher eines Bohrbilds zueinander genau sitzen, gehören sie in dieselbe Aufspannung.

Quellen: GLEICH Aluminium, Produktseite EN AW-5083 (abgerufen 26.09.2026) und Technisches Datenblatt G.AL C250, Stand 17.04.2026.

Skizze: Aufmaß einer Walzplatte im Schnitt Schnitt durch eine Rohplatte mit überhöht gezeichneter Ebenheitsabweichung. Innen liegt die beidseitig plangefräste Fertigplatte; oben und unten bleibt das Aufmaß, das beim Planfräsen zu Spänen wird. Fertigmaß Aufmaß oben: Planfräsen Aufmaß unten: Planfräsen Rohplatte mit Ebenheitsabweichung Schema, Abweichungen stark überhöht
Skizze: Die Rohplatte ist dicker als das Fertigmaß; oben und unten fällt beim Planfräsen das Aufmaß. Unebenheit stark überhöht.

Gehäuse und Deckel aus dem Vollen

Gehäuse und Deckel entstehen aus einer dicken Platte oder einem Block: außen die Kontur, innen eine oder mehrere Taschen, dazwischen Wände und Boden. Drei Stellen verdienen einen zweiten Blick.

  • Innenradien: In einer senkrechten Innenecke bleibt der Radius des Fräsers stehen. Wählen Sie den Innenradius so groß, wie die Funktion es erlaubt – ein größerer Radius erlaubt einen dickeren, steiferen Fräser, und der zählt bei tiefen Taschen.
  • Dichtflächen: Die Fläche um die Tasche muss eben und ohne Unterbrechung umlaufen. Die O-Ring-Nut legen Sie nach dem Datenblatt des O-Ring-Herstellers oder nach ISO 3601-2 aus; eine Dichtfläche, die blank bleiben muss, ist vor dem Beschichten abzudecken.
  • Wände und Boden: Hohe, schmale Wände weichen dem Fräser unter der Schnittkraft aus. Rippen zwischen den Kammern versteifen das Gehäuse und teilen große Taschen.

Der Deckel im Rendering ist so ein Teil: zwei Kammern mit Rippe und Kabeldurchlass, eine O-Ring-Nut, Gewinde M4, M5 und M20 × 1,5 für eine Kabelverschraubung und sechs Durchgangsbohrungen mit Senkung – frei konstruiert für zwei Aufspannungen, von innen und von außen.

Skizze: Gehäusedeckel aus dem Vollen im Schnitt Schnitt durch einen gefrästen Deckel: tiefe Tasche mit Boden und Wand, auf dem Rand die Dichtfläche mit O-Ring-Nut und eine Durchgangsbohrung mit Senkung. Daneben in der Draufsicht eine Taschenecke: Der runde Fräser lässt in der Ecke seinen Radius stehen, der Innenradius muss mindestens so groß sein. Tasche Boden Wand Dichtfläche O-Ring-Nut Bohrung mit Senkung Taschenecke von oben Fräser Innenradius ≥ Fräserradius
Skizze: Schnitt durch einen Deckel mit Tasche, Boden, Wand, Dichtfläche und O-Ring-Nut; rechts eine Taschenecke von oben.
Rendering eines Beispielteils: Gehäusedeckel aus Aluminium mit zwei Kammern, Rippe, O-Ring-Nut und Gewinden, außen pulverbeschichtet
Rendering eines Beispielteils: Gehäusedeckel 200 × 130 × 26 mm, innen blank gefräst, außen pulverbeschichtet.

Frontplatten

Eine Frontplatte ist dünn und trägt fast nur Ausschnitte: Durchbrüche für Anzeigen, Stecker und Taster, Bohrungen mit Senkungen für Senkschrauben. Wichtig sind saubere Kanten an den Durchbrüchen und eine Oberfläche, die nach dem Beschichten gleichmäßig aussieht; Pulverlack im eigenen Haus und Eloxal über die Legierungswahl behandelt die Seite Oberflächen. Beschriftung und Gravur gehören derzeit nicht zu unserem Angebot.

Dünne Aluminiumplatten liegen auf dem Vakuumtisch der Mazak mit der ganzen Unterseite auf; nichts steht dem Fräser im Weg, und Kontur, Durchbrüche und Taschen lassen sich in einer Aufspannung herstellen. Ein kleines Teil hat zu wenig Auflagefläche, um allein per Unterdruck zu halten. Seine Kontur wird deshalb nicht ganz freigefräst: Schmale Stege verbinden es mit dem Rest der Platte, der als zusammenhängendes Gitter stehen bleibt; erst zum Schluss werden die Stege getrennt und versäubert.

Skizze: Frontplatten aus einer dünnen Platte, gespannt auf dem Vakuumtisch Draufsicht auf eine dünne Aluminiumplatte mit zwei Frontplatten. Jede hat einen rechteckigen Durchbruch, runde Durchbrüche und Bohrungen mit Senkung. Die Außenkontur ist bis auf schmale Haltestege gefräst; über sie hängen die Frontplatten am zusammenhängenden Restgitter der Platte, die der Vakuumtisch vollflächig ansaugt. Haltesteg Restgitter Durchbruch Senkung Vakuumtisch
Skizze: zwei Frontplatten aus einer dünnen Platte, auf dem Vakuumtisch gespannt und über Haltestege mit dem Restgitter verbunden. Frei konstruiertes Beispiel.

Verzug: warum Aluminium sich beim Fräsen bewegt

Eine gewalzte Platte ist nie spannungsfrei. Walzen und vor allem das Abschrecken aushärtbarer Legierungen hinterlassen Eigenspannungen: Beim Abschrecken kühlt die Oberfläche schneller ab als der Kern, zurück bleiben Druckspannungen nahe den Oberflächen und Zugspannungen innen. Im Rohteil heben sie sich auf. Fräsen Sie auf einer Seite eine tiefe Tasche, fehlt dort ein Teil der Druckzone, das Gleichgewicht verschiebt sich, und die Platte wölbt sich – je dünner und größer sie ist, desto sichtbarer.

Dagegen hilft zuerst das Halbzeug. Aushärtbare Platten gibt es im Zustand T651, durch Recken entspannt. Naturharte Platten wie EN AW-5083 bewertet ein Halbzeughersteller bei der Formstabilität besser als EN AW-6082 und EN AW-7075, und gegossene Platten liefert er homogenisiert und entspannt, mit der besten Note seiner Skala. Dazu kommt die Bearbeitung: Werkstoff möglichst von beiden Seiten gleichmäßig abtragen, zuerst grob vorfräsen, das Teil dann lösen und neu spannen und erst danach auf Maß fräsen – so zeigen sich frei werdende Spannungen vor dem letzten Schnitt.

Nennen Sie deshalb in der Anfrage die Legierung mit Zustand, etwa EN AW-6082 T651; welche Kombination zu Ihrem Teil passt, ordnet die Legierungs-Wahlhilfe.

Quellen: DIN EN 515 (Zustand T651); GLEICH Aluminium, Technische Datenblätter EN AW-5083, EN AW-6082, EN AW-7075 und G.AL C250 (Formstabilität/Eigenspannung, je S. 1).

Schema: Verzug einer einseitig gefrästen Platte Drei Schnitte übereinander, nicht maßstäblich, Verformung stark überhöht. Oben eine abgeschreckte Walzplatte mit Druckspannungen nahe den Oberflächen und Zugspannungen im Kern, die sich aufheben. In der Mitte wurde oben eine tiefe Tasche gefräst: Die Druckzone oben fehlt, die Platte wölbt sich. Unten wurde von beiden Seiten gleichmäßig abgetragen und ein entspanntes Halbzeug verwendet: Die Platte bleibt eben. 1 Abgeschreckte Walzplatte Druck Zug Druck 2 Oben tief gefräst: die Platte wölbt sich Verzug (überhöht) 3 Entspanntes Halbzeug, beidseitig abgetragen bleibt eben
Schema, nicht maßstäblich: Eigenspannungen einer abgeschreckten Platte, Wölbung nach einseitigem Fräsen, ebene Platte nach beidseitigem Abtragen. Verformung stark überhöht.

Gewinde in Aluminium

Eine Stahlschraube der Festigkeitsklasse 8.8 ist deutlich fester als jede der sechs Legierungen der Wahlhilfe. Damit das Innengewinde nicht vor der Schraube ausreißt, braucht es im Aluminium mehr tragende Gewindegänge als in Stahl – die Einschraubtiefe wird länger. Wie lang, hängt von der Festigkeitsklasse der Schraube und von der Festigkeit der Legierung ab; ein Rechenweg steht in VDI 2230 Blatt 1. Der Unterschied zwischen den Legierungen ist groß: Als Platte hat EN AW-5754 mindestens 190 N/mm² Zugfestigkeit, EN AW-7075 bis 60 mm Dicke mindestens 525 N/mm².

Ohne besondere Angabe fertigen wir das Gewinde direkt im Aluminium. Drahtgewindeeinsätze nach DIN 8140 sehen wir nur vor, wenn Sie sie verlangen, etwa weil eine Verbindung oft gelöst wird – schreiben Sie Typ und Länge in die Anfrage, dann klären wir sie im Angebot.

Quellen: Festigkeitsklasse 8.8 nach ISO 898-1 (Nennzugfestigkeit 800 N/mm²); Mindest-Zugfestigkeit nach DIN EN 485-2 in den Werkstoffdatenblättern thyssenkrupp EN AW-5754 und EN AW-7075 (je S. 2).

Skizze: Gewinde in Aluminium im Schnitt Zwei Sacklöcher im Schnitt. Links ist das Gewinde direkt in das Aluminium geschnitten; die Einschraubtiefe ist länger als bei gleicher Schraube in Stahl. Rechts sitzt ein Drahtgewindeeinsatz aus Stahldraht im Aluminium. direkt im Aluminium Einschraubtiefe mit Drahtgewindeeinsatz Einschraubtiefe Einsatz aus Stahldraht (DIN 8140)
Skizze: Sackloch mit Gewinde direkt im Aluminium und mit Drahtgewindeeinsatz, jeweils mit der Einschraubtiefe der Schraube.

Häufige Fragen

Gewalzte und vor allem abgeschreckte Platten tragen Eigenspannungen, die sich im Rohteil gegenseitig aufheben. Wird einseitig viel Werkstoff abgetragen, fehlt ein Teil dieses Gleichgewichts, und die Platte wölbt sich. Entspannte Zustände wie T651, gegossene Platten und ein gleichmäßiges Abtragen von beiden Seiten verringern das.

Stand: 26.09.2026

Grundplatte, Deckel, Frontplatte?

Schicken Sie Zeichnung und 3D-Modell mit Legierung und Zustand. Wir sehen uns Aufmaß, Aufspannung und die Reihenfolge der Bearbeitung an Ihrem Teil an und schicken Ihnen ein unverbindliches Angebot – oder vorher die Fragen, die an der Zeichnung offen sind.

Zur Alten Ruhr 4a, 59755 Arnsberganfragen@evotec-gmbh.de